Fragen, die immer wieder auftauchen, aber völlig unnötig sind, da sie (hoffentlich) nie beantwortet werden müssen: wenn ich nur eine Gitarre für den Rest meines Lebens spielen könnte, welche wäre das?
Fangen wir die Antwort mit einer Routine an: morgens bei Kaffee und sanftem Licht am geöffnetem Fenster Gitarre zu spielen, neben mir die Hunde, die absolut null Interesse daran haben aufzustehen – das ist Zeit, für die ich ich auch am Wochenende gerne früher als nötig aufstehe.

Nun habe ich, wie so viele Gitarrennerds, in meiner Vergangenheit einiges an Instrumenten besessen und oft gesagt „die ist es“. Ab der nächsten war das dann eben die und so weiter. Und obwohl ich von meinem mittlerweile zum festen Hobby gewordenen Faible für E-Gitarren aus China einiges an Instrumenten gespielt habe, die in erschwinglichen Preiskategorien mindestens den gleichen Komfort, oft aber noch mehr bieten als weitaus hochpreisigere Gitarren, ist meine Nummer 1, bei der ich immer wieder hängen bleibe, eine alte Telecaster, die alles andere als von der Stange ist:

Es ist aktuell 07/2026 und die Fender Klage macht gerade die Runde, was erstmal kein gutes Licht auf die Firma wirft. Dafür kann die Gitarre an sich natürlich nichts (und auch nicht die Angestellten der Firma, die teilweise wirklich herausragende Instrumente und Parts bauen). Was ich davon halte: ich weiß es ehrlich gesagt auch nicht so richtig.
Die Strat an sich wird dennoch immer ein wichtiger Bestandteil meines Lebens bleiben. War sie doch die erste, die mich tage- und nächtelang in Form einer Morris und später als schwarzes Original lange begleitet hat.

Irgendwann kam ich allerdings auf den Geschmack der Teles und ich kann nicht mal sagen, wann und warum das war.
Erst in oldschool butterscotch blonde, dann ein paar abgeranzte, eine weiße Partscaster, Squiers und dann eben die Nummer 1: Erle Body, Seymour Duncans, Griffbrett aus indischem Palisander, satinierter Hals und unzählige Umbauten. Ich schraube immer noch regelmäßig daran. Irgendwas ist immer.
Heute Morgen habe ich mich endlich mal die zu hohe Einkerbung am Sattel der A-Saite gekümmert. Und dann fängt’s an: Testen, Spielen, Spielen, Spielen. Egal welche Gitarre ich spiele: ich komme immer wieder zu ihr zurück.
Es ist auch nicht so, dass sie so easy bespielbar wäre wie meine Gitarren von EART Guitars oder ein paar anderen Klampfen. Es ist einfach etwas, das ich nicht erklären kann. Etwas, was ein wenig eigensinnig ist. Sich hin und wieder um einen Millimeter verzieht und gerichtet werden muss. Bünde, die ich irgendwann alle durch Edelstahl ersetzen und dabei diverse Nerven lassen werde.

Das wäre sie also. Und nächsten Monat werde ich endlich mal das Pickguard zum unteren Horn passend feilen. Will ich ja auch erst seit einem Jahr.
